Zitate und Gedanken (6): Universitäre Dystopie

Der US-amerikanische Autor Don DeLillo (*1936) hat sich spätestens mit seinem magnum opus "Underworld" (1997) den Ruf eines herausragenden Dystopisten der technologisierten Welt erschrieben; den Ruf eines Dystopisten mit prophetischen Qualitäten, wie manchmal behauptet wurde. Terrorismus etwa war seit jeher ein Thema, das ihn beschäftigte. Er relativiert gerne die Bedeutung, die seiner Hellsichtigkeit beigemessen wird: … Continue reading Zitate und Gedanken (6): Universitäre Dystopie

Lektüren (5): Stefan George – Algabal (1891/92)

Im spannenden neuen Reclam-Bändchen "Was ist ein Gedicht?" von Peter von Matt stiess ich auf jene sechzehn wundersamen Zeilen aus Stefan Georges Sammlung "Algabal" (Paris, 1892): Mein garten bedarf nicht luft und nicht wärme Der garten den ich mir selber erbaut Und seiner vögel leblose schwärme Haben noch nie einen frühling geschaut Von kohle die … Continue reading Lektüren (5): Stefan George – Algabal (1891/92)

Zitate und Gedanken (5): Nationalität und Identität

Häufig hat mich die Frage umgetrieben, inwiefern Konzepte wie "Heimat" und "Nation" - oder präziser: "Nationalität" - die Vorstellung und Konstruktion individueller Identität beeinflussen. Nun habe ich - ein Traktandum, das jahrelang schon auf der To-Read-List stand - ein Buch geöffnet, das der Schweizer Autor Peter Bichsel 1988 "eines der schweizerischsten Bücher" nannte, seinen Schauplatz … Continue reading Zitate und Gedanken (5): Nationalität und Identität

Wort des Tages (4): Lausewenzel

† Der Lausewênzel, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. in den niedrigen Sprecharten, eine verächtliche Benennung des schlechtesten aus gemeinem Landtobake zubereiteten Rauchtobake Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, Ausgabe 1811. Der Lausewenzel ist eines jener Wörter, deren Seltenheit im deutschen Sprachgebrauch bekämpft werden sollte. Einerseits aufgrund seines … Continue reading Wort des Tages (4): Lausewenzel

New Music (5): Wolf Parade – You’re Dreaming

Sieben Jahre nach ihrem letzten Studioalbum wird die kanadische Indierock-Band Wolf Parade diesen Herbst ihr neues Werk "Cry, Cry, Cry" präsentieren. Das Album erscheint am 6. Oktober bei SubPop. Die erste Vorabsingle, "Valley Boy", stammt aus der Feder von Spencer Krug. "Valley Boy" ist ein opulenter Rocksong mit Liebe zur theatralischen Geste, Marke David Bowie … Continue reading New Music (5): Wolf Parade – You’re Dreaming

Quellen (4): Schabo – Eine Schweizer Kolonie am Schwarzen Meer

Schabo (von türk. Ascha Abag; frz. Chabag, russ. Шабо, rumän. Șaba-Târg) ist ein kleines Dorf am Fluss Dnister, wenige Kilometer abseits der Schwarzmeerküste. Heute gehört es zur Ukraine, liegt im Rajon Bilhorod-Dnistrowskyj. Historisch gehört es zur Landschaft "Bessarabien", einem Gebiet, das immer wieder Gegenstand territorialer Konflikte und Spielball grosser Mächte gewesen ist. Die nahe gelegene … Continue reading Quellen (4): Schabo – Eine Schweizer Kolonie am Schwarzen Meer

Quellen (3): Die Moorsoldaten

Als am 5. Juli 2017 die französische Politikerin Simone Veil (1927-2017) in einem grossen Staatsakt beigesetzt wurde, erklang ein Lied von sonderbarer Wehmut und Beklemmung, das dem Trauerzug eine geradezu gespenstische Stimmung verlieh. Dieser "Chant des Marais", der Gesang der Sümpfe, ist in Zusammenhang zu setzen mit Simone Veils Biographie. 1944 wurde Veil mit ihrer … Continue reading Quellen (3): Die Moorsoldaten

New Music (4): The National – Carin At The Liquor Store

Am 8. September erscheint auf dem Label 4AD "Sleep Well Beast", das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Band The National. Die beiden bisherigen Single-Auskopplungen überzeugten mich akustisch wie optisch. "Guilty Party" und das überragende "The System Only Dreams In Total Darkness" glänzen mit den zentralen Charakteristika der Band: Schwermut und Melancholie, zum Ausdruck gebracht durch den … Continue reading New Music (4): The National – Carin At The Liquor Store

Ohrenzeugen (2): Nik Cohn über The Pretty Things

Ich wasche meine Hände in Pop. Pop: das riecht nach Sex, nach Lärm, nach Mythos. Damit keine Nachschubprobleme entstehen, ist ein Mythenspender stets zur Hand. Heute: Nik Cohns "Awopbopaloobop Alopbamboom". Die Tirade eines 22jährigen, der Popmusik für tot erklärte - im Jahre 1968. Und das in einem Stil, dessen Witz und Biss für lang anhaltendes … Continue reading Ohrenzeugen (2): Nik Cohn über The Pretty Things