Lektüren (3): Mariana Enriquez – Was wir im Feuer verloren (Ullstein, 2017)

Borges, Cortazár: schon der Klappentext dieses Bandes nennt grosse Namen, in deren Erzähltradition Mariana Enriquez stehen soll. Ein anderer Ansatz wäre, sie der "Nueva Narrativa Argentina", der neuen argentinischen Erzählkunst, zuzuordnen: unter dieser noch nicht kanonischen Gattungsbezeichnung werden Schreibende zusammengefasst, die im Argentinien der Militärdiktatur (1976-83) aufgewachsen und im Argentinien der Wirtschaftskrise (1998-2002) zu Schriftstellerinnen … Continue reading Lektüren (3): Mariana Enriquez – Was wir im Feuer verloren (Ullstein, 2017)

Lektüren (2): Napoleonischer Möglichkeitssinn / Dieter Kühn

Wenn es aber Wirklichkeitssinn gibt, und niemand wird bezweifeln, daß er seine Daseinsberechtigung hat, dann muß es auch etwas geben, das man Möglichkeitssinn nennen kann. Wer ihn besitzt, sagt beispielsweise nicht: Hier ist dies oder das geschehen, wird geschehen, muß geschehen; sondern er erfindet: Hier könnte, sollte oder müßte geschehn; und wenn man ihm von … Continue reading Lektüren (2): Napoleonischer Möglichkeitssinn / Dieter Kühn

Lektüren (1): Typhus in Zermatt, 1963 / Christoph Geiser

Fraglos: des Schweizers Erbauerstolz erbaut sich selbst am liebsten an den grossen Tunnelwerken. Gotthard, Simplon, Lötschberg - das sind klingende Namen, die politisches Gewicht beschwören und auf grosse Leistungen verweisen. Wobei diese Leistungen - mindestens der handanlegende Teil - bei weitem nicht immer von Schweizern erbracht wurden. Italienische Gastarbeiter spielen in diesen Tunnelgeschichten stets zentrale … Continue reading Lektüren (1): Typhus in Zermatt, 1963 / Christoph Geiser